Die Evangelich - Lutherische Kirche zu Thierfeld

         Die Kirche zu Thierfeld ist eine der ältesten und eigenartigsten Dorf-
         kirchen im westlichen Erzgebirge. Ihr seit dem 15. Jahrhundert als
         Altarplatz dienender ältester Teil war ursprünglich eine kleine
         Barbarakapelle von den ersten deutschen Besiedlern Mitte des
         13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts zu Füßen des Hartensteiner
         Schlosses (Ende des 12. Jh.) erbaut und mit der Darstellung des
         himmlichen Jerusalem ausgemalt.
         Im 15. Jahrhundert wurde an der Nordseite der Kapelle aus Sandstein
         ein Sakramentshäuschen mit Rücksichtnahme auf die Ausmalung
         eingefügt

         Etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts ist dann die kleine Barbara-
         kapelle durch Anbau des einzigartig, schönen Turmes und eines
         zunächst nur kleinen Kirchenschiffes (1732) sowie durch Aufstellung
         eines mit Holzplastiken geschmückten Flügelaltars zur Kirche
         umgestaltet worden, die dann später von Jahrhundert zu Jahrhundert
         mehrmals vergrößert worden ist, 1841 wurde dann das Langhaus auf
         die heutigen Ausmaße erweitert. Fast aus jedem Jahrhundert besitzt
         diese Kirche irgend ein charakteristisches Kunstwerk.

         Das sind unter anderem die Kanzel mit Bemalung aus der Renaissance
         und Figuren, deren Herkunft nicht geklärt ist, ein sehr schönes
         "Bornkindl" aus dem 17. Jahrhundert, ein Lesepult (Lesetaufe) aus
         den 18. Jahrhundert.
         Die Orgel wurde 1840/41 von der Firma Steinmüller aus Grünhain
         eingebaut In der Zeit des 1. Weltkrieges wurden die Prospektpfeifen
         zu Rüstungszwecken ausgebaut. Erst in den 30er Jahren sind diese
         dann durch Zinkpfeifen ersetzt worden. Seit dem Jahr 2000 glänzen
         wieder schöne neue Zinnpfeifen im Orgelprospekt.

         Bei einer im Jahre 1896 vorgenommenen Erneuerung der Kirche wur-
         den an den Wänden der Barbarakapelle schöne alte Freskomalereien,
         bisher vonn mehreren Schichten grauweißer Kalkfarbe überdeckt,
         aufgefunden. 1897 wurde der hatte sichtbare Zustand in der Kapelle
         durch Baumaßnahmen und Übermalung erreicht
         Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der Altarplatz von der
         Barbarakapelle an seine jetzige Stelle eingeordnet Seitdem wird die
         Barbarakapelle mit dem aus dem Gotik stammenden Taufstein
         (15. Jh.) als Taufkapelle genutzt.

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Der Inhalt dieser Seite beruht auf neuen Erkenntnissen, welche
aufgrund von Voruntersuchungen bis zum Jahr 2001
gewonnen  wurden.
Die geschichtlichen Daten wurden unter Anderem der
Diplomarbeit von Frau C. Limmer entnommen.

Text B. Kunstmann, J. u. I. Markstein
                                                     Titelbild: R. Markstein