Wasserburg Thierfeld II (H 22)

Der Wall (Wohl) im oberen Thierfeld liegt versteckt und abseits der Dorfstraße. Der Ringteich, der die Inselanlage umgibt, ist noch mit Wasser angefüllt, während ein noch größerer, westlich anliegender Teich seit langem schon trocken liegt. Aber die Dammumgrenzung ist noch deutlich zu sehen. Ein daneben stehendes Gut heißt heute noch die „Abtei". Es ist bekannt, dass die ganze Anlage, Grünhainer Klosterbesitz, eine „Abtei" war. Die Wallanlage mag den Zisterzienser Klosterbrüdern guten Schutz geboten und die Teiche gute Fastenspeise geliefert haben. Das Grünhainer Kloster wurde 1235 gegründet. Ob nun die Wasserburg in Ober-Thierfeld Rittergut war, bevor es zu einer Grünhainer Abtei wurde, oder ob diese Anlage mit dem Gut erst durch Grünhainer Mönche angelegt wurde, ist nicht zu sagen. Das letzteres eher der Fall sein könnte, dafür sprechen die bei einer Teichschlämmung an der Insel gefundenen vielen Tonscherben, die nicht aus der Zeit vor dem 14. Jahrhundert stammen. (Die Scherbenfunde befinden sich im Burgmuseum Stein.)